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Granada, 18 Mai 2013

Gesundheitstourismus

Arabische Bäder

Die edlen Gewohnheiten unserer andalusischen Vorfahren, die in einigen Abhandlungen akribisch beschrieben werden und von der Freude an Cremes und Ölen oder aromatischem Schaum berichten, sowie von den rituellen Waschungen vor dem Gebet und der spirituellen Bedeutung des Wassers, waren der Anfang der Verbreitung der Hammams oder Arabischen Bäder auf dem Gebiet Granadas.

Diese manchmal improvisierten Handelszentren, aber immer Orte, an denen man die Sinne entspannen konnte, sind schlußendlich die Weiterführung der römischen Thermen, obwohl meist kleiner und unverwechselbarer.

Das Gebäude des Bades musste sehr solide gebaut sein, um die enormen thermischen Differenzen von Innen und Außen auszuhalten; daher war das beim Bau benutzte Material für die Mauern meist Mörtel, und für die sehr robusten Gewölbe kunstvoll miteinander kombinierter Stein und Ziegel, verfeinert durch Dachluken und Fenster, um das Licht in die verschieden Räume zu lassen.

Diese massiven Gebäude mit wenig Ventilation sollten mindestens drei oder vier Räume oder Schiffe haben, davon ein Vestibül oder eine Vorhalle, das römische apodyterium und das arabische al-bayt al-maslaj, der zum Ausruhen gedacht war und wo die Kleider ablegt wurden; ein erster Raum der Erfrischung, al-bayt al-barid genannt, wo die weißen Tücher für Körper und Kopf und die Holzsandalen ausgehändigt wurden.

Von hier aus gelangte man in den Hauptsaal, al-bayt al-wastani, das römische trepidarium, mit einem milden Ambiente und Dampfheizung. Der letzte Raum, das römische caldarium der arabische al-bayt assajun, bot heißes Wasser und unter ihm lagen die Heizkessel. Vom letzten bis zum ersten Raum gab es Sauna, Dampfbad und Wasserbecken verschiedener Temperaturen.

Andere zusätzliche Dienstleistungen in den Bädern waren Massagen, Friseur oder Fußpflege mit Bimsstein. Das Gebäude verfügte außerdem über Latrinen, Holzschuppen und Zisternen oder Wasserspeicher.