Das 1491 gegründete Dorf diente den katholischen Königen während der Belagerung als Quartier. Es wurde wie auf dem Reißbrett entworfen, mit rechteckiger Grundfläche und einem Tor auf jeder Seite.
Santa Fe ausschließlich war Aufenthaltsort des Hofes der katholischen Könige und teilte sich diese Rolle mit Granada bis die Könige im Mai dieses Jahres abreisten. Während einiger Monate wurde es zum historischen Schauplatz. In der bescheidenen „Casa Real“ (königliches Haus) wurde am 25. November 1491 die Kapitulation zwischen dem König Boabdil und Isabella und Ferdinand unterzeichnet, in der die Übergabe des nasridischen Reiches vereinbart und über die Zukunft seiner Bewohner entschieden wurde. Ebenfalls dort wurde mit Christoph Kolumbus verhandelt, woraufhin der Vertrag mit dem Admiral abgeschlossen wurde, unterschrieben „in Sancta Fee am 17. April 1492…“, ein Markstein, der zu der Entdeckung Amerikas und einer neuen, von der Öffnung der Handelsbeziehungen geprägten Epoche führen sollte.
Als die Könige den Ort verließen, wurde Francisco de Bobadilla zum Bürgermeister gemacht und das Dorf verlebte eine ruhige weitere Geschichte, beschäftigt mit der Landwirtschaft eines Ortes in der „Vega“ und wird nur 1806 von einem starken Erdbeben erschüttert, das schwere Schäden anrichtete.
Der Stadtkern von Santa Fe an sich ist einen Besuch wert, der Sektor gleicht dem 1491 erbauten Original. Das Dorf wurde auf Anordnung der katholischen Könige von den Städten Sevilla, Jerez, Córdoba und Andújar errichtet, jeder von ihnen wurde die Erbauung eines der vier Stadtteile, in die es aufgeteilt war, zugeteilt. Die Grundfläche ist nach dem militärischen Vorbild von Briviesca angelegt, auf einer rechteckigen Fläche mit gradlinigen, T-förmig aufeinander treffenden Straßen. Umgeben war es von einem Festungsgraben, Mauern, Türmen und Verteidigungsbollwerken. Die Chroniken berichten von 80 Tagen Bauzeit. Im Zentrum des städtischen Rasters befinden sich öffentliche Gebäude, die „Casa Real“, die Kirche und im Umkreis ein Krankenhaus, ein Kornspeicher usw.
Heute befindet sich auf einer Seite der „Plaza de España“ das Haus des Pfarrers auf dem Gelände der „Casa Real“, das diese im 18. Jh. ersetzt hat. Gegenüber erhebt sich der öffentliche Kornspeicher, gegründet von Karl III. Auf der östlichen Seite des Platzes erscheint das Rathaus, erbaut im Jahr 1923 im neomudejarischen Stil, mit Ziegelsteinfassade und Emblemen aus Keramikkacheln, die aus Ländern Lateinamerikas stammen.
Die zwei Achsen des historischen Stadtkerns enden bei den vier monumentalen Toren. Es sind die Granadas im Osten, die Sevillas im Süden, die Jaéns im Norden und die Lojas im Westen. Diese wurde im Jahr 1652 gebaut, während die drei anderen dem 18. Jh. entstammen.
Der primitive ursprüngliche Kirchentempel, gewidmet der Heiligen „Nuestra Señora de la Encarnación“, wurde im 18. Jh. durch ein monumentales neoklassisches Werk ersetzt, das heute zu bewundern ist. Erdacht von dem Architekten Domingo Lois de Monteagudo unter Mitwirkung von Ventura Rodríguez und unter der Aufsicht von Francisco Quintillán, wurde sie 1785 beendet. Die Grundfläche ist ein lateinisches Kreuz mit Kuppel im Kreuzgewölbe und einer eleganten Sanktuariumskapelle. Besonders fällt die imposante Fassade mit zwei achteckigen Türmen und diversen Elementen aus ihrer Entstehungszeit auf. Der Besuch des historischen Kerns mit seinen Bauwerken und Monumenten wird komplettiert durch die Besichtigung einiger weiterer interessanter Orte wie der Wallfahrtskapellen „Ermita de los Gallegos“ und „Ermita del Señor de la Salud“ und des barocken Klosters „Convento de los Agustinos“.
Ein Stück weiter entfernt liegen die fruchtbaren Böden der „Vega“, die vom Lauf des Genil und einer Vielzahl von Gräben bewässert werden. Sie durchlaufen die dicht bebauten Felder, Pappelhaine, Gärten, die durchsetzt sind von Häusern und Tabak-Trockenplätzen.
Die lokale Gastronomie basiert auf hervorragendem Gemüse und Früchten aus den Gärten der „Vega“. Gerichte mit Thymian und aromatischen Gewürzen, sowie die „Piononos“ das für Santa Fe typische Gebäck sind hier tief verwurzelt.
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