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Granada, 21 Mai 2013

Costa Tropical

Vélez de Benaudalla, der verbotene Garten

Rosa Fernández Martín

Zwischen der Küste und dem Landesinneren, am Fluss Guadalfeo, liegt die Ortschaft Vélez de Benaudalla, die ein reiches, von den Arabern ererbtes Kulturerbe vorzuweisen hat. In der Nordzone, in Richtung der Alpujarra, können die Besucher einen Halt einlegen, um die typischen Gebäckwaren wie Pestiños und Roscos veleños zu probieren und sich mit dem Wasser aus der Quelle Los Chorros erfrischen.

ZU BEACHTEN:

- Anfahrt: Über die Autobahn Granada- Motril (A-44) in Richtung Küste. Weiter über die N-323 und in Höhe der Talsperre von Rules die erste Ausfahrt nach Vélez de Benaudalla nehmen.
- Obligatorische Besichtigungen: die Gärten der Nasriden aus dem 15. Jh., das Castillo de los Ulloa, El Nacimiento, Iglesia de Nuestra Señora del Rosario.
- Dauer: 2,5 Std.

Der verbotene Garten
Zwischen Landesinnerem un der Küste, vom angenehmen Klima profitierend, liegt Vélez de Benaudalla. Es ist zweifelsohne einer der unbekanntesten Winkel der Provinz, obwohl ein vielbenutzter Durchgangsort . Strategisch günstig gelegen, an den Ufern des Guadalfeo –kaum 30 min trennen es von der Hauptstadt Granadaund 15 min Über die  N-323 von Motril–, dient es als Eingang sowohl zur Alpujarra als auch in das Valle de Lecrín. Ein Universum von Eindrücken  erwartet den Reisenden, der auf seiner Route mit zwei Dingen immer wieder konfrontiert werden wird: zum einen mit dem Wasser, das in zahlreichen Winkeln und Quellen des Dorfes – im ganzen 46– vorhanden ist, zum anderen, und in Verbindung damit, die mit arabischen Hinterlassenschaften von unschätzbarem Wert.

In letzter Zeit halten die Reisenden in Vélez de Benaudalla auf ihrem Weg auf der Route von Al-Idrisi, welche in Algeciras beginnt und in der Hauptstadt Granadas endet. Sie folgen den Schritten des arabischen Geographen, der im Detail alles, von der ersten von seinem Volk eroberten Ortschaft (Algeciras) bis zur letzten (Granada), aus der es vertrieben wurde, beschreibt.

Für die Spuren, welche die Araber hinterließen, gibt es eine Menge Beispiel, aber am stolzesten sind die Veleños auf den Garten derNasriden: „Der kleine Generalife”, so nennen in die Ortsansässigen.  Akazien, Zypressen, Palmen, Weihnachtssterne, Falscher Jasmin, Echter Oleander, Veilchen, Jasmin, Rosen, Efeu, Akanthus und unendlich viele Bäume, aromatische Pflanzen und Blumen bilden eine für die Sinne unerwartetete, natürliche Dekoration. Angelegt im 15. Jh., verinnerlicht der Garten die alte arabische Philosophie voller intimer und verbotener Ecken. Als erstes trifft man auf ein palastartiges Wohngebäude, das zwei Stockwerke hoch ist, einen kleinen Innenhof  mit einem Brunnen im Zentrum und auf Marmorsäulen gestützten Galerien. Was folgt, ist eine Gemüsegarten, mit Rondellen und abgegrenten Anlagen. Ein Wassergraben –mit Pergola und Kaskade– besteht seit Jahrhunderten als Beispiel  einer ausgewogenen und durchdachten Art zur maximalen Nutzung des Wassers, undfügt sich mit der Mühle von San José zu einem Bild zusammen. Von den Gärten hinab und am Rande des natürlichen Gesimses des Dorfes nach Azud de Vélez, hat die eigensinnige Natur Stalagtiten und Stalakmiten in einem Raum von erstaunlichen Grotten geformt.

Vom verstecktesten Ort geht es nun weiter zum sichtbarsten Monument von Vélez: das Castillo de los Ulloa, mitten auf einem Felsen gelegen, beherrscht die ganze Kleinstadt und kann von fast allen Straßen aus gesehen werde. Bei mehreren Gelegenheiten wurde sie während verschiedener Kriege zerstört, aber Anfang der 90er Jahre wurde die Burgresidenz von unregelmäßigem, siebeneckigem Grundriss, über deren Ursprung noch diskutiert wird, rekonstruiert und beherbergt nun das Centro de Interpretación del Patrimonio, mit einer permanenten Ausstellung über ihre Vergangenheit und anderen, die sich auf verschiedenen Gebieten über das Jahr verteilen.

Von der Burg können Sie zu Fuß hinabsteigen, während Sie die Altstadt durchlaufen, über ein Labyrinth aus steilen und engen Gassen, bis Sie zur Iglesia de Nuestra Señora del Rosario, im neoklassizistischen Stil gelangen. Ihr Grundriss ist ein griechisches Kreuz, Werk des berühmten zeitgenössischen Architekten Ventura Rodríguez, der zu jener Zeit  (1777-1786) der Oberarchitekt in Madrid war.

Einige Meter weiter abwärts in Richtung Süden entlang der großen Allee, die  Vélez de Benaudalla quer durchläuft –auf dieser Höhe trägt sie den Namen Federico García Lorca–, befindet sich die Casa del Marqués, ein Gasthaus, das die aktuellen Besitzer Mercedes Solís und Javier Gifre mit großem Stolz zeigen. Im Inneren ist noch fast die ursprüngliche Struktur eines hochherrschaftlichen Besitzes der Zeit um die Jahrhundertwende erhalten, dessen Reformen ein kokettes Landhaus oberster Kategorie mit vier Zimmern und zwei Doppelsuiten mit allen Bequemlichkeiten wie Swimmingpool, Whirlpool, Sauna oder Solarium hervorgebracht hat.

Diesmal nach Norden, in Richtung der Alpujarra, und nach einem Stopp zum Probieren des typischen Gebäcks der Zone, den Pestiños und Roscos de Vélez, und einem Tapeo in den Bars, geht es weiter zum Brunnen, der  Los Chorros genannt wird und aus dem die Besucher trinken und das Wasser abfüllen. Zur Linken geht ein Weg ab, der nach El Nacimiento führt, einem in der Tradition von Vélez tief verwurzelten Ort.

„Womit hast du dein gesicht gewaschen, dass es so schön ist; ich wasche mich mit dem klaren Wasser des Nacimiento de Vélez”, heißt ein typischer Vers der Zone, ein robao. Die Quelle, die im Zentrum des Dorfes liegt, erstreckt sich in einem schönen botanischen Garten mit Bewässerungsgräben, der an den arabischen Zauber erinnert und nochmals die Verbindung des Ästhetischen mit dem Praktischen deutlich macht. Von diesem Ort aus wird auch ein bedeutender Teil des Wassers zu den Obst- und Gemüse-Plantagen geleitet.

WENN SIE MEHR WISSEN WOLLEN:

- INFORMATION: Eine Führung durch Vélez (inklusive Gärten und unterirdische Höhlen) kann telefonisch beim Rathaus  reserviert werden und findet generell an jedem Montag ls Gruppenführung statt.
- AKTIVTOURISMUS: Wanderungen durch Las Torcas, Cámara del Agua, Cerro de Escalate oder Lagos. Klettern im Tajo de los Vados, Los Caracolillos undLagos. Wettkampf Trial 4x4, relevant für die Meisterschaft von Andalusien.
- ESSEN: Restaurant El Puente: Auswahl an Fleisch und Fisch, mit tadellosem Service; La Brasa, Río: Fleisch-Spezialitäten vom Grill. Bar Fútbol: Exzellente Tapas. Zentrum Las Torcas: Öokologisches Essen (auf Vorbestellung). Für Cocktails, El Olivo.
- UNTERKÜNFTE: Das Gasthaus Casa del Marqués eröffnete in der Karwoche diesen Jahres. Die Unterkunft ist ein Landhaus oberster Kategorie.
- SHOPPING: Kunsthandwerk aus feinem Espartogras, Travertin aus Vélez (Böden).

TOURISTISCHE ANLAGE
Ein ehrgeiziges Projekt
Der aktuelle Nasridengarten birgt in seinem Inneren ein ehrgeiziges Projekt zur Schaffung einer touristischen Anlage mit einem 3-Sterne-Hotel und einer Investition von 300 Mio. Euro. Im Hauptsaal, dem Innehof, sollen die Gäste begrüßt werden. Weiterhin 18 personalisierte Zimmer, jedes mit einem  kleinen Garten im Inneren und Wasserelementen versehen, die ein beruhigendes Ambiente schaffen, dass zum Bewundern der Umgebung mit seinen Gemüsegarten, Brunnen und der Vegetation einlädt, ein wahrer Genuss für alle Sinne.  Dem Projekt, das bereits von der andalusischen Regierung genehmigt wurde,  fehlt es noch an der ausreichenden Finanzierung.

Im Schutz der nahe gelegenen Talsperre von Rules existieren weitere Projekte, z.B. ein typisch andalusisches Dorf, dass aus einem Hotel und 200 Häusern von 90 m² bestehen soll. Außerdem sind in der Umgebung vorgesehen, eine landungsbrücke, Aktivitäten rund um das Angeln und ein Restaurant in unmittelbarer Nähe des Stausees. Die wirtschaftliche Zukunft von Vélez beruht den Bewohnern und Institutionen zufolge auf dem Rural- und Kulturtourismus, wobei man von der strategisch günstigen Lage und dem voraussichtlichen wirtschaftlichen Aufschwung der Küste profitieren will, wenn denn erst die lang erwartete Autobahn fertiggestellt ist. 

TYPISCHE GASTRONOMIE
Gebäck von arabischem Ursprung
„Seit wann bÄckt unsere Familie Pestiños?” fragt Eli ihre Mutter Conchita. Ihre Antwort verliert sich in der Unendlichkeit: „Meine Mutter, die Mutter meiner Mutter undsoweiter kannten schon das Rezept”, antwortet sie schließlich. „Dieses Süßgebäck –berichten die Bäcker stolz– hat die USA und Großbritannien erreicht. Die Bestellungen kommen von überall.“ Ihr Geheimnis, sagen die Ortsansässigen, liege im Wasser. In dem Lokal von Conchita werden werden jeden Tag per Hand und mit einem Nudelholz um die 1.500 Pestiños hergestellt. Nebenan, auch in der Calle Mariana Pineda, wird in der nächsten Karwoche eine Pestiñosfabrik eröffnet, damit man die neuen Bestellungen bearbeiten kann. Auch das alte Butan-Dsystem soll durch ein elektrischen ausgetauscht werden. Ansonsten, sagt Eli, bleiben das Rezept und die hausgemachte Herstellung die gleichen: Mehl, Anis, Zimt, Wein, Zucker und Wasser werden immer die Zutaten sein. Eine Neuheit ist der Minirosco, dessen Originalgrößeeinfach nur verkleinert wurde, wie es auch schon bei den Pestiños gemacht wurde, die zu Minipestiños wurden.



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