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Granada, 25 Mai 2013

Alpujarra und Valle de Lecrín

Lanjarón, die Oase, die aufs Mittelmeer schaut

Elena Llompart

Das Tor der Alpujarra ist Lanjarón. Der Wald mit den Quellen ist sein besonderer Glanz und der Treffpunkt für eine Vielzahl von Besuchern, die von den Eigenschaften des Wassers angezogen werden. Der Balkon aus Kalk und Blumen befindet sich in der südöstlichen Falte der Sierra Nevada und blickt von seinem dicht belaubten Gebirge aus auf das Mittelmeer, wobei er Wanderstrecken bietet, die bis zur Berghütte von Tello hinaufführen.


ZU BEACHTEN:

Zugang: Über die Nationalstraße Bailén-Motril, bei Kilometerstein 472,5 ist die Umleitung nach  Lanjarón über die Landstraße Tablete-Albuñol zu nehmen.
Strecke Rathaus: Kurbad, Park El Salado, arabische Burg, Quellen El Saldo, Pedro Calvo und Tello.

Die Oase, die aufs Mittelmeer schaut
Der westliche Zugang zur Alpujarra bietet verschiedene Routen durch die natürlichen Treppen zwischen der Mittelmeerküste und der Sierra Nevada, wo sich die höchsten Gipfel der Iberischen Halbinsel befinden. Lanjarón umfasst die ganze Schönheit der Alpujarra und verfügt über das beste Klima des Tals.  Nach der letzten Kurve auf der Landstraße sieht man das Dorf, das sich am Fuße des Cerro del Caballo ausweitet und das dicht belaubte Gebirge, durch das der Wanderweg von Saladillo nach Tello verläuft. Bevor man jedoch die Strecke in Angriff nimmt, kann man das Barrio Hondillo besichtigen, das gleich neben dem Rathausplatz liegt, ein Ort ganz im Stile der Alpujarra mit kleinen Eckchen wie der Placetilla Colorá, dem Pilarillo Chato oder dem Portal de las Chirinas. Die Tinaos del Tío Pedro oder der Callejón de Dieguito sind ebenfalls charakteristisch für die Zone. Sehr typisch in diesem Viertel sind die zahlreichen Nischen, die in den Straßen verstreut sind. Weitere typische Plätze sind die  Placeta de Santa Ana und die Calle Virgen del Pilar.

Nach dem Besuch am Rathausplatz ist auch ein Abstecher zum Kurbad von Lanjarón mit seinen medizinischen Gewässern, die aus fünf verschiedenen Quellen mit Temperaturen von zwischen 16 und 27 Grad sprudeln, unbedingt empfehlenswert. Es fließen bis zu 31.400 pro Stunde. Die  Gewässer werden zur Behandlungen des Verdauungsapparates, Anämien, Nieren- und Hanrwegserkrankungen, Rheuma und traumatologischen Beschwerden, Erkrankungen der Atemwege und des Nervensystems angewandt.

In der Nähe des Kurbades befindet sich der Gemeindepark El Salado, eine grüne Lunge, beherrscht von verschiedenen Eukalyptusarten in einem gemütlichen Ambiente, verfeinert durch die Geräusche des Wassers und der Vögel. Vom Park aus kann man die arabische Burg, die zwischen dem 12. und 13. Jh. erbaut wurde besuchen. Man gelangt zu ihr über einen Weg, der vom Dorf ausgeht und von dem aus man das ganze Tal des Lanjarón überschauen kann. Die kriegerische Geschichte Lanjaróns veranschaulicht sich in der Ruine von edler arabischer Abstammung, die schwer zu erobern gewesen sein muss. Die Burg spielte eine wichtige Rolle im Krieg der Alpujarras, als sich die Morisken im 16. Jh. gegen Felipe II. zum Aufstand erhoben.

Man lässt die Burg hinter sich und begibt sich auf den Weg zum Paraje de Tello, einem Raum, auf dem sich die reichsten und verschiedensten Baumansammlungen des Gebirges konzentrieren:  Kastanien, Pinsapos, Zedern, Kiefern und andere einzigartige Spezies wie Mammutbäume oder Lawson-Zypressen. Über die Gebirgsstraße gelangt man zum Fuße des Cerro del Caballo, der einer der höchsten Gipfel der Sierra Nevada ist, über die Straße der Chaparra gelangt man zum Tajo Expósito, welches eine weitere sehr schöne Stelle der Gegend ist. Weitere interssante Anlaufpunkte sind der Tajo de la Cruz, auf dem der ganze Landkreis den Hexensabbat zu feiern pflegte, oder die Huerta de las Monjas, Ausflugsort am Ufer des Lanjarón. Am unteren Teil der Strecke in Richtung Tello findet man die Quelle El Salado, die bis zum Kurbad fließt. Abgesehen von den therapeutischen Eigenschaften und dem hohen Salzgehalt, sticht die rötliche Farbe des Wassers ins Auge, da hier Eisenoxide an der Luft freigesetzt werden. Ein Gedicht Lorcas illustriert die Quelle: „Und es gab einen Quell von Morgensternen am makellosen Himmel...". Der Wanderweg, welcher die Kiefern und Mandelhaine  durchläuft, führt nach etwa eineinhalb Stunden an den Ursprung des Grabens Pedro Calvo. Diese natürliche Quelle mündet in einen Teich, in dem Fische zu beobachten sind. Von hier an ist der Weg von mediterranen Kiefern flankiert.

In voller Höhe konzentriert der Wald eine Vielzahl an Bäumen verschiedener Spezies: verschiedene Klassen von Nadelbäumen, Kastanien, wilde Kirschbäume,... und dahinter der Schnee und die massige Gestalt des Pico del Caballo, mit mehr als 3.000 m Höhe. In seinen Hängen entspringt der Lanjarón, bekannt für sein kristallklares Gewässer und seinen schnellen Flusslauf zum Meer. Die Berghütte von Tello und die Baumgruppen, die sie umgeben, bieten ein einzigartiges Bild. Das Panorama, das man vom Weg aus erblickt, besteht aus Wiesen und Gebirgshäusern mit ihren flachen, mit Schiefer bedeckten Dächern. Die in Terrassen bebauten und von Höfen besprenkelten Hänge bringen Farbe in den letzten Abschnitt der Route.


DER WALD
Forstwiesen und beackerte Terrassen

Dank der Klimabedingungen in der Zone und der Höhenunterschiede auf dem Gebiet, ist die autochthone Flora  sehr abwechslungreich und von üppiger und unterschiedlicher Vegetation: mediterrane Wälder im unteren Teil des Gebirges und die Vegetation des Hochgebirges im oberen Teil. Steineichen, Kastanien, Kiefern, Eukalyptus, Oliven und ein langes Etcetera lassen am Wanderweg nach Tello außergewöhnliche Schönheit das ganze Jahr über entdecken, mit Düften und Fraben, die ein klares Beispiel von der typischen Vegetation des Naturschutzgebietes Sierra Nevada geben. Besenginster, Retamasträucher, Espartogras, Rosmarin, Zistrosenbüsche und Thymiansträucher bilden ein enormes ökonomisches Potenzial für das  ganze Territorium, sowie der Granada-Beifuß. Die Fauna ist ebenfalls reich zu nennen: man kann majestätische Greifvögel wie Adler und Falken beobachten, oder  kleine Spatzen, Turmfalken, Grünfinken, Schleiereulen, Sperber oder Stieglitze. Bergziegen, Wildkatzen, Steinmarder,  Ginsterkatzen, Rebhühner und sogar Wildschweine können den Weg kreuzen. Die vielen Wasserläufe auf dem Weg bieten Möglichkeiten zum  Forellen-Fischen, besonders in den Flüssen des Parks. Außerdem leben in der Zone etwa 20 verschiedene Schmetterlingsarten.

ARABISCHE BURG
Zeugnis der geschichtlichen Launen

Die Burg von Lanjarón wurde in den ersten Jahren der Herrschaft der Nasridendynastie in Granada, um 1231 errichtet. Die kastilischen Truppen suchten hier Schutz, ebenso wie die Mudejaren während ihrer Rebellion im Jahre 1500, und später die Morisken. Es gab zwei oder drei Türme und einen Wasserspeicher und ein Verteidigungssystem in Grenznähe. Man erahnt die Effizienz der Schießscharten, Schutwälle, Burggraben und das Haupttor (mit vertikalen Einkerbungen, durch die man die Seitenteile schob und so den Zugang zur Festung hermetisch verriegelte). Der südöstliche Teil war der größte, jedoch ist eine andere Zone heute besser erhalten. Hier wurden Verurteilungen und Strafen vollzogen, was erklärt, warum sich dieser Teil unter der Erde befindet, mit Fluren, die ins Frei führen. Heute sind sie von Schutt bedeckt. In der Nordzone, wo sich die Hauptgebäude befanden, stand der Wach- und Verteidigungesturm, von dem aus man den Innenhof mit seinem Rundgang betrachten kann.



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