Zwischen Kastanien und Majoran

Zwischen Kastanien und Majoran

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Die Route Jérez del Marquesado-Balsilla del Partidor ist ein Genuss für die Sinne. Die roten und ockerfarbenen Herbstgewänder der Bäume und das Aroma des Majoran begleiten den Reisenden auf seinem Weg.

Raquel Rodríguez

ZU BEACHTEN:

-Anfahrt: Von Granada, nehmen Sie die A-92 nach Guadix. Nachdem Sie die Ortschaft auf der alten Nationalstraße nach Almería durchquert haben, gelangen Sie 1 km später zur Abfahrt nach El Marquesado, 12 km von der accitanischen Stadt entfernt.
-Verlauf: Kreisförmig, Anfangspunkt und Ende der Route ist Jérez del Marquesado. Die Strecke ist 4,9 km lang, und dauert etwa 1, 25 Std.

An Kastanien und einem Bewässerungsgraben entlang, vorbei an Gaststätten führt der Weg zwischen Jérez del Marquesado und der Balsilla del Partidor, eine der Routen des Verbandes für die Rurale Entwicklung der Comarca de Guadix, zum Genuss von Landschaften, Monumenten, Bräuchen und der Gastronomie der verschiedenen Dörfer der Zone. Die kreisförmige Route beginnt am Landhotel Picón de Sierra Nevada, wo sie auch endet, unter der Leitung eines Tourguides geht es durch einen beeindruckenden Wald von Kastanien. Später zur Belohnung gibt es eine leckere Tapa von gebratenem Kaninchen.

Bevor man den Ortskern von Jérez verlässt, geht es durch den oberen Teil der Calle Alcázar, wo die Cuesta del Chortal beginnt. Von hier an beginnt der Weg anzusteigen. Der Reisende lässt die Fuente del Chortal (1.213 m) zur einen Seite und am Ende der Steigung gelangt man zum Fluss Jérez. An der ersten Abzweigung gehen Sie nach links, um die Reste der mittelalterlichen Türme von Los Casarones und Alcázar zu besichtigen. Auf dem gleichen Weg geht es weiter, über die Landstraße von Jérez nach Lanteira. Man tritt ein in eine Zone aus Huertas, bis man schließlich zur Balsilla de Alcázar gelangt, mit einem großartigen Blick auf den Picón de Jérez (3.090 m). Der mit dem Aroma von Majoran überlagerte Weg setzte sich über einem Pfad fort zwischen alten Kastanien, entlang eines Wassergrabens in einem vollkommen ebenen Gelände –wo es zahlreiche Picknickstellen gibt-, bis zur Balsilla del Partidor (1.308 m). Er wird so genannt, weil er die Gewässer über die Kanäle von Guadix und Alcázar verteilt (partir= verteilen). Die Expedition folgt dem Abstieg am Fluss Alcázar und wenige Minuten später erreicht man den Fuß der Loma de Enmedio, eine Trennlinie zwischen den Schluchten des Alcázar und Alhorí. Von hier aus über einen schmalen Pfad  kehrt man erneut zum Ausgangspunkt der Exkursion zurück.

Die Route ist von niedrigem Schwierigkeitsgrad und dauert ca. 1,25 Std –die Distanz beträgt 4,9 km-, und kann in Verbindung mit einer anderen Strecke noch verlängert werden, dem Aufstieg in Richtung Sierra Nevada, bis zur Berghütte Postero Alto und Trevélez.

Von der Flora, die den Weg säumt, sind Kastanien und Majoran die häufigsten Spezies, aber es herrscht auf der ganzen Strecke eine abwechlungsreiche Vegetation: Bäume wie Mittelmeerschneeball, Korbweiden, Erlen und Sträuchergewächse wie Thymian, wilde Rosen, Bachblüten oder Minze. Die Gegend ist auch reich an interessanter Fauna: Bergziegen, Wildschweine, Adler, Amseln, und sogar wilde Stiere.

Der Reisende kann die Route verlängern durch die Besichtigung des Ortskerns von Jérez del Marquesado. Die Gemeinde an der Nordwand der Sierra Nevada ähnelt dem Motiv eine Postkarte, mit den schneeweißen Fassaden, blutroten Dächern und dem intensiven Grün der Gebirge. Die Gemeinde charakterisiert sich durch die Verschiedenheit seiner Orte: Aussichtsplattformen, Schluchten, Wälder, Picknickstellen, Stauseen…Der Reisende kann auch die eine oder andere Mühle besichtigen, die noch in Betrieb ist, die Kupferminen von Santa Constanza, aus der die erste Peseta kam, die Ruinen der Burg von Huerto Castillejo oder die mudejarische Kirche aus der Mitte des 16. Jh., eine der interessantesten der ganzen Provinz.

Seine Lage an den Flüssen hat Jérez zu einem bevorzugten Ort zur Besiedlung seit Beginn der Geschichte gemacht. In der muslimischen Epoche gibt es zwei Siedungskerne: Alcázar und Xerís (heute Jérez). Nach und nach gewannen sie das Wohlwollen der muslimischen Monarchen  und in der nasridischen Periode bildeten sie eine bedeutende Kleinstadt. In Jérez gab es einige Besitzungen der Sultane: Weingebiete, Wälder, Maulbeerpflanzungen, von denen die Seidenwürmer versorgt wurden… Die Siedlung wuchs an, während der Druck auf das Königreich von Granada durch die christlichen Truppen wuchs. Unter der Herrschaft der  Mendoza spielt die Kleinstadt weiter eine bedeutende Rolle, wie das Interesse des Markgrafen von Zenete am Bau der Kirche zeigt.

Das Dorf entstand im Mittelalter aus dem Viertel der Minenenarbeiter aus der iberische-romanischen Epoche, der Abbau wurde bis vor kurzem durchgeführt. Die mittelalterlichen Reste, die am besten erhalten sind, sind die drei Türme im Ortskern –Minarette der alten Moschee-, ein weiterer von Alcázar, auf der anderen Seite der Schlucht, und Los Casarones. Die ältesten Häuser des Dorfes sind arabischen und moriskischen Ursprungs. In Jérez gibt es noch Reste alter öffentlicher Bäder, die größten des Marquesado.

POPULÄRE ARCHITEKTUR
Der Tourismusboom erreicht die alten Mühlen

Der Mensch hat die Mühlen im Bezirk Marquesado seit der Zeit der Römer genutzt, um Mineralien zu zermahlen. Mit den Arabern kam die Zeit, in der auch Getreide gemahlen wurde. Sie sind in der traditionellen Gesellschaft von großer Bedeutung, sowohl aufgrund ihrer Architektur, als auch wegen der Nutzung sauberer Energie. Heute sind viele Mühlen nur noch Ruinen, andere mitten im Verfall begriffen, aber der Tourismusboom ist auch zu dieser Art von Gebäuden vorgedrungen. Es gibt viele, die sie wieder in Stand setzen, für die Herstellung ökologischer Produkte und auch als Unterkünfte in der Kategorie der Mühlen einrichten, und sogar Privatleute, die sie als Landhaus benutzen. In Jérez gibt es etwa 20 Mühlen, die Mehrzahl davon unbewohnt, obwohl so macher schon eine gekauft und restauriert hat.

LANDHOTEL PICÓN DE SIERRA NEVADA
Ein Familienbetrieb mit Qualitätszeugnis

Das Hotel Picón de Sierra Nevada ist ein Familienbetrieb in Jérez del Marquesado, der mit Erfolg die Revisionen der Marke Parque Natural der Junta von Andalusien bestanden hat. Julio Morales ist der Besitzer dieses Landhotels, dass mit einer Vielzahl von Kleinigkeiten der Vorfahren dekoriert ist. Der Betrieb verfügt über 26 Zimmer, eine Cafetería und einen Raum für Feierlichkeiten. Typische Gerichte  der Zone sind Zicklein in Knoblauch, Migas aus Maismehl, Gachas und Rin Ran. Letzteres besteht aus Zwiebeln, Kabeljau und gegrillter Paprika. Julio Morales versichert, dass er schon immer ein Geschäft im Dorf eröffnen wollte. “Die Idee kam mir, als ich in Katalonien lebte. Ich fuhr oft in die Pyrenäen, wo der Ruraltourismus im Ausftieg begriffen war.“



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