Vor und nach den katholischen Königen

Vor und nach den katholischen Königen

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Eine lange Geschichte, aus der vor allem die Zeitabschnitte vor und nach der Conquista der katholischen Könige am 2. Januar 1492 herausragen. Vor diesem Datum war es eine rein maurische Stadt, mit ihren Moscheen, ihren engen Straßen und ihren Märkten. Später wurden alle Kräfte dafür aufgewendet, sie zu verändern, zu christianisieren und sie in eine beispielhafte, moderne Stadt des neuen Spaniens zu verwandeln.

 

> By Raquel Rodríguez / Granada Hoy

WAYPOINT 1 > PLAZA DEL CARMEN
Der Rundgang beginnt auf der Plaza del Carmen und verläuft durch den historischen Stadtkern: die Plaza Bib-Rambla, die Kathedrale, Alcaicería und Capilla Real, dann geht es weiter über den Markt und zurück zur Plaza Nueva, wo der Weg endet, der ungefähr anderthalb Stunden dauert.

WAYPOINT 2 > CORRAL DEL CARBÓN
Corral del Carbón. Granada

Die erste Haltestelle ist der Corral del Carbón. Zu diesem Ort- der unten aus Lagerräumen für die Waren und oben aus Zimmern zur Beherbergung der Reisenden besteht- reisten die Händler mit ihren Waren und Tieren, die von einer Tränke empfangen wurden. Der Corral de Carbón ist der einzige erhaltene „Funduq” (Kornspeicher) aus der maurischen Epoche Spaniens; ein Ort im Handelsviertel, wo die Handelsreisenden sich ausruhen und in der privaten Atmosphäre im Inneren ihre Geschäfte abwickeln konnten. Nach der Ankunft der Christen wurde er von einer Unterkunft zu einer Lagerhalle umgewandelt, wodurch er auch den Namen „Carbón” (Kohle) erhielt, denn diese wurde im Untergeschoss gelagert. Es gab auch Zeiten in denen er  als Innenhof derBewohner und zur Auuführung von Komödien diente.

WAYPOINT 3 > PLAZA BIB-RAMBLA

Wenn der Reisende die Calle Zacatín hinuntergeht, gelangt er zur Plaza Bib-Rambla. Obwohl den Kastiliern Granada gefiel, das typisch islamisch war mit seinen engen Straßen, seltenen Plätzen und kleinen Moscheen, vermittelte es doch ein gewisses Gefühl der Beengtheit, da es kaum offene Flächen gab. Bib-Rambla ist ein gutes Beispiel für die Christianisierung und die Kastilisierung,  die in der Hauptstadt nach der Eroberung der katholischen Könige stattfand. Der Platz wurde um das Doppelte vergrößert und in eine typische « Plaza Mayor » verwandelt, die man in allen spanischen Städten findet. Auf diesem Platz fanden alle öffentlichen Veranstaltungen während der christlichen Epoche statt: Prozessionen, Hexenverbrennungen, Turniere, Hinrichtungen…

WAYPOINT 4 > CATEDRAL

Gegenüber der Kirche befindet sich die Plaza de las Pasiegas. Für die katholische Königin Isabella war die christliche Eroberung des Königreichs Granada so wichtig, dass sie noch vor Beginn ihres Kreuzzugs den Papst um Erlaubnis bat, an den eroberten Orten Kirchen errichten zu lassen. Daher gab sie die Anweisung, eine Kathedrale zu Ehren der Inkarnation Marias zu erbauen, genau wie alle Kirchen die zu dieser Zeit in den eroberten Städten dieser Provinz entstanden, denn sie verehrte dieses Mysterium sehr. Im zentralen  Rosettenfenster über dem Tor ist das Mysterium der Inkarnation dargestellt. Der Aufenthalt von Carlos V. in Granada übte ebenfalls Einfluss auf die zukünftige Entwicklung der Stadt aus. In der Alhambra ließ der König sich einen Palast bauen und wählte die Kathedrale als seine Grabstätte.

WAYPOINT 5 > IGLESIA DEL SAGRARIO
Auf der Plaza de Alonso Cano, vor der Iglesia del Sagrario, befand sich die größte Moschee und das Herz des maurischen Stadtkerns, wo sich das religiöse, soziale und öffentliche Leben abspielte, direkt neben dem  Markt, wo Handel getrieben wurde.

WAYPOINT 6 > ALCAICERÍA
Alcaicería.

Der wichtigste Industriezweig im nasridischen Königreich von Granada war die Seidenherstellung. Diese war derart wichtig, dass der Sultan selbst sie kontrollierte und dass das gesamte Marktviertel den Verkauf betrieb. Dort kam die Rohseide an. Die Händler erwarben sie, zahlten die Steuern und bearbeiteten sie in ihren in anderen Vierteln und Straßen gelegenen Webereien. Zu dieser Zeit gab es bis zu 49 unterschiedliche Sorten von Damast, über Taft und Satin bis hin zu Samt. Nach der Eroberung führten die Christen diesen Handel bis ins 18. Jh. fort, da er gute Einnahmen brachte.

WAYPOINT 7 > MADRAZA

In der „Madraza” befand sich die Koranschule, die unter den Nasriden so wichtige Wissenschaften wie Medizin und Algebra lehrte und zudem noch Astronomie, Poesie und Musik. Daher nennt sie sich heute „Antigua Universidad“ (alte Universität). Das Gebäude war außerdem das erste Rathaus Spaniens. Heute ist nur noch das Oratorium erhalten, in dem sich noch Spuren der nasridischen Kunst erkennen lassen.

WAYPOINT 8 > CALDERERÍA NUEVA
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Wenn der Reisende die Calle Elvira überquert und in Richtung Calderería Nueva hinaufgeht, gelangt er in das älteste Viertel Granadas,  Albaicín, von wo aus man die Alhambra sehen kann. Das Modell der Palasttadt, die von der roten Festung repräsentiert wird, gab es in der arabischen Welt schon immer. Es war eine vollständige Stadt, in der die nasridischen Sultane und die gesamte Dienerschaft lebten, ungefähr 2000 Personen. Die Alhambra hat die Form eines Schiffs und ist auf dem Hügel Sabika fast während der ganzen Zeit der nasridischen Herrschaft erbaut worden und im Jahr 1495 begannen die christlichen Umbaumaßnahmen.

WAYPOINT 9 > REAL CHANCILLERÍA

Im 16.Jh. wurde Granada zum politischen, religiösen und kulturellen Zentrum des spanischen Königreichs. Das Baufieber war enorm, wie die Real Chancillería oder das Tribunal Superior de Justicia, der oberste Gerichtshof, dessen Wirkungsbereich die Hälfte der iberischen Halbinsel umfasste, zeigen. Das Gebäude wurde von Carlos V. in Auftrag gegeben. Ein weiteres Beispiel aus dieser Epoche ist die Iglesia de Santa Ana. Die Plaza Nueva ist immer noch ein wichtiges soziales und touristisches Zentrum der Stadt.

Im 19. Jh. erfuhr Granada eine starke Veränderung aufgrund des Wirtschaftswachstums, der der industriellen Verarbeitung der Zuckerrübe zu verdanken war. Neue Verbindungswege zwischen der Ebene und dem Stadtzentrum wurden eingerichtet uns so entstand die Gran Via. Die Bevölkerungszahl verdoppelte sich und wegen der gesundheitlichen Probleme durch den großen Zuwachs an Personen, trocknete schließlich der Fluss Darro aus.

 

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ALBAICÍN

Das älteste Viertel

Auf diesem Hügel siedelten Iberer, Römer, Westgoten und Araber, die vor ungefähr 1000 Jahren hier ihre erste Festung errichteten. Die UNESCO hat das Viertel, das den labyrinthischen Verlauf seiner Straßen bis heute erhalten hat, wegen seiner Besonderheiten 1994 zum Weltkulturerbe erklärt, zusätzlich zur Alhambra und dem Generalife. Es gibt in diesem Viertel drei Arten typischer Häuser: „la palaciega”, „la maorisca” und „el Carmen”. Erstere sind herrschaftliche Häuser, die hauptsächlich im 16. Jh. gebaut wurden. Diese Gebäude befinden sich in der unteren, näher am Zentrum gelegenen Zone und besitzen auffällige Fassaden, zwei bis drei Stockwerke und einen Innenhof mit Brunnen, der von Säulengalerien an allen vier Seiten umsäumt ist, sowie Dächer aus Holz. Die „Casa Morisca” ist in vielerlei Hinsicht ein Erbe der spanisch-maurischen Häuser. Im vom Zentrum weiter entfernten teil des Viertels gelegen, sind noch zwischen 20 und 25 dieser Wohnhäuser erhalten. Die äußeren, sehr unauffälligen Mauern beherbergen zwei bis drei Stockwerke,    aus Holz und Säulen, allerdings nur auf zwei Seiten und einen Innenhof mit einer kleinen Zisterne.

Die dritte Bauart, „El Carmen”, hat ihren Ursprung ebenfalls in maurischen Wohnhäusern aus der Zeit vor der Conquista. Ihre wichtigste Eigenschaft ist der große Garten, über den das Haus verfügt. Das Wasser war in der arabischen Kultur ein sehr wichtiges Element, da die Völker stets unter dem Mangel an Wasser zu leiden hatten. Das hydraulische System von Albaicin war derart perfekt konstruiert, dass es über 1000 Jahre hinweg erhalten blieb, bis ins 20. Jh. hinein.

 

LEGENDEN

Straßen voller Geschichte
Der historische Stadtkern Granadas besteht aus Straßen und Ecken, die vor Geschichten und Legenden nur so überquellen. Straßen wie die Calle Carnero verdanken ihren Namen merkwürdigen Vorkommnissen, die zu Legenden wurden, über unerwiderte oder unmögliche Liebe zwischen Mauren und Christen, über Helden, Flüche, Wunder oder versteckte Schätze. „In dem Haus namens Carnero lebte eine Witwe, deren verstorbener Mann einen versteckten Schatz hinterlassen hatte, den niemand zu finden vermochte. Die Frau versuchte ihn mit Hilfe ihres Vetters, der Silberschmied war, zu finden, was ihr aber nicht gelang. Sie begaben sich zur Hexe des Viertels, die ihnen sagte, dass sie für neun Nächte in den Keller hinuntergehen sollen und in der zehnten würden sie einen kleinen  Hammel mit goldenen Hörnern sehen, der sie zum Versteck des Schatzes führen würde. Der Legende nach geschah es genau so und der Schatz wurde im Kohlenlager des Hauses gefunden.” Im Laufe der Geschichte und vor allem im vergangenen Jahrhundert, wurden diese Legenden heftig übertrieben und so oft wiederholt, dass sie sich stark veränderten und oft mit Banalitäten füllten. Im Falle dieser konkreten Legende, zogen die Vorkommnisse die Aufmerksamkeit der Inquisition auf sich, die Nachforschungen anstellte und herausfand, dass es in Wirklichkeit Schmuggel und illegaler Handel war, den die Witwe und ihr Vetter betrieben und bei dem sie reich geworden waren. Das Besondere von Legenden ist jedoch gerade die Vermischung von Realität und Fiktion, so dass immer ein Zweifel bleibt, ob es sich so zugetragen haben könnte.

ROUTE DATA

Regions: Granada und seine umgebung

Ort: Granada

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MIDE

    • The route and its orientation
    • Well-defined tracks and crossings
    • Indicates the effort required
    • Up to 1 hour of effective walking
    • Indicates the harshness of the terrain
    • Environment features some risk
    • Indicates the difficulty of the walk
    • Walk over smooth surface



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