Puente del Hacho, Herz des Eisens

Puente del Hacho, Herz des Eisens

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Zwischen Alamedilla und Guadahortuna erhebt sich die Puente del Hacho, eröffnet am 22. März 1898. Die Architekten dieses Projekts waren die direkten Schüler des Franzosen Gustave Eiffel.

Gonzalo Cappa

1979 verkaufte man die Struktur der Brücke an einen Eisenhändler aus Madrid für 1,5 Mio Peseten. Die Bevölkerung regte sich jedoch so sehr auf, dass der Vertrag dann doch nicht zustande kam und die Puente del Hacho bestehen blieb.

Der arme Vetter des Eiffelturms lebt zwischen Guadahortuna und Alamedilla. Fast vergessen besteht die Puente del Hacho fort als Rest einer zeit, in der die Eisenbahnen des 19. Jh. das ganze Land durchzogen, ähnlich den Zügen in Filmen des Wilden Westens, nur ohne Sioux-Indianer und sieben reiter im Weg.

Puente del Hacho, Herz des Eisens
Wie in den Western, wurde auch auf der Brücke von Alamedilla Dynamit auf den Schienen platziert, jedoch auf eher spanische Art.  1979 verkaufte man die Struktur der Brücke an einen Schrotthändler aus Madrid für 1,5 Mio Peseten. Die Erregung der Bewohner jagte das Projekt der RENFE, die Brücke zu zerstören, in die Luft. Etwas, das jedoch durch “Oxidation und Korrosion“, wie José Villanueva, Pressesprecher der Plataforma Puente del Hacho, erklärt, bei nicht sofortigem Einschreiten sowieso eintreffen würde.

Für Villanueva ist das wichtigste, “dass die Brücke zum Monument erklärt wird, damit sie erhalten bleibt“.  “Vor zehn Jahren hätte ein einfacher Anstrich gereicht, doch nun ist sie verrostet und die Nieten lockern sich“, berichtet Villanueva.

Die Brücke wurde am 22. März 1898 eingeweiht, im gleichen Jahr, als die Maine-Brücke in Kuba zusammenbrach, die genau die gleiche Farbe und das gleiche Eisen wie die soeben errichtete besaß. Die Ingenieure des Projektes waren zwei Schüler von Eiffel , die Franzosen Duval und Boutillea.

Eine Kuriosität der hach-Brücke ist, dass sie, “obwohl sie das längste metallische Viadukt Spaniens ist“” -625 m lang und 50 m hoch- gibt es nicht eine Schraube in der Struktur. Auch die neue Brücke, die gleich daneben gebaut wurde, und die Puente del Hacho 1970 “in Rente schickte“, besitzt keine. Trotz allem haben die Bewohner sich wieder der Konstruktion der schüler Eiffels zugewendet.

Der Landkreis, in dem Alamedilla liegt, ist nach Worten Villanuevas “eine verlassene Zone mit einer der höchsten Arbeitslosenrate der Provinz“. Darum ist die Brücke für die Bewohner zu einem symbol ihrer derzeitigen Situation in den Dörfern der Gegend geworden. “Die Brücke könnte ein Motor für die Entwicklung des Landkreises sein“, sagt Villanueva. “Eines der Ziele von Plataforma Puente del Hacho ist der Bau eines Eisenbahnmuseums, die existierende Struktur einbindend.“

Mit den “rauchspeienden“ Zügen der Jahrhundertwende in Gedanken geht es nach Alamedilla –etwa 5 km von der Brücke- um die mozarabische Kirche aus dem 17. Jh. zu besuchen. Findet der Ausflug an einem Sonntag statt und kommt man Mittags an der Kirche an, wird man hier den Großteil der Bevölkerung antreffen, obwohl keine Taufe oder Hochzeit stattfindet, denn der Brauch am Sonntag in die Kirche zu gehen, ist hier tief verwurzelt. Ein anderer, traurigerer Brauch des Bürgerkriegsspanien: ldie Verbrennung der Heiligenstatuen der Kirche. Daher sind fast alle Bilder im Tempel von Alamedilla Reproduktionen der Originale aus Gips. Die Kirche wird zur Zeit retauriert. Wenn man sich ihr nähert, sieht man die Kuppel aus Eisen, die ähnlich der Brücke im Verfall begriffen ist.

In der Umgebung des Dorfes, in Richtung des Tunnels der Puente del Hacho, gelangt man zur Mühle Molino de Gante. Hier verwandelt sich die trockene Landschaft, durch die der Wnderer vorher gegangen ist in eine üppige Grünzone, die nur von dem starhlenden Weiß der Mühle durchbrochen wird. Diese erhebt sich neben einer zeitweiligen Wasserkaskade,  deren monotones und rhythmisches Lied das ganze Jahr über erklingt.

Etwas ausgeruht kann man nun den Weg wieder aufnehmen, der einzige Schatten dabei der Ihrer Kappe, die Sie als vorausschauender Wanderer dabei haben. Das Ziel: der Peñón de la Solana, eine natürliche Festung, die, Villanueva zufolge, von den Arabern genutzt wurde, um den Hotizont zu überblicken und möglichen Überfälle von Christen auf den Landkreis vorbeugen zu können.

Die Stelle erreicht man nach etwa 4 km auf einem Wanderweg, dem sich in der Ferne erneut Reste aus einer nicht allzu fernen Vergangenheit entgegenstrecken. Diesmal sind es fast vollständig verlassene Gehöfte, auf denen sich noch einige Tiere tummeln und Arbeitgerät befindet. Der Weg führt am Flusslauf des Guadahortuna entlang, der im Sommer fast „Änemisch“ zu nennen ist, ab Herbst steigt sein Wasser jedoch beachtlich an. Hier watscheln meist Enten herum, oder die eine oder andere schweigsame Schildkröte wandert hier gemächlichen Schrittes entlang. Aus der Ferne erheben sich die drei  Türme der natürlichen Festung, von der aus man praktisch alle Dörfer des Landkreises sehen kann: Alicún de Ortega, Villanueva de las Torres oder Alamedilla. Diese Strecke kann man auch auf einem Mountainbike zurücklegen. Dazu gibt es auch eine Publikation von Miguel Ángel Algarra, deren Titel  Alamedilla en bicicleta de montaña para los excursionistas lautet, für jene die sich bei den 4 km gerade einmal aufgewärmt haben.

KONSORTIUM DER MONTES ORIENTALES
Eine Union für die Entwicklung

Das Konsortium für die Entwicklung der Montes Orientales ist eine öffentliche Vereinigung, die am 8. März 1995 aus der Union der Diputation von Granada und den 16 Gemeinden des Landkreises Montes Orientales und zwei autonomen Lokalwesen entstand : Alamedilla, Alicún de Ortega, Benalúa de las Villas, Campotéjar, Dehesas de Guadix, Deifontes, Gobernador, Guadahortuna, Iznalloz, Moclín, Montejícar, Montillana, Pedro Martínez, Píñar, Torre Cardela, Villanueva de las Torres, Dehesas Viejas und Domingo Pérez. Die Ziele die das Konsortium verfolgt, sind Förderung, Unterstützung und Teilnahme an allen Aktivitäten, die zu der sozioökonomischen Entwicklung der Gemeinden beitragen, Initiativen zur Schaffung von Reichtum und Arbeit und die Verbesseung der Lebensqualität der Einwohner.

ALAMEDILLA
Eine Brücke zur Prähistorie

“Weil sich diese Gemeinde im Zentrum der Flusseben des Guadahortuna befindet, sollen hier prähistorische Stämme gelebt haben, denn man weiss von dem Fund einer Steinaxt auf dem Cortijo del Hacho und der Entdeckung einer Nekropolis“, berichtet ein Mitarbeiter der Konsortiums Montes Orientales. Da der Ort fernab von den großen Straßen zur Kommunikation der Provinz lag, “war er womöglich verstreut von den Iberern besiedelt”. Unter den Römern gehörte Alamedilla zur bastetanischen Region. Über die Epoche der Westgoten gibt es Dokumentation, „es wurden archäologische Funde auf dem Cortijo del Hacho gemacht, die zu einer Eremitage aus dem 5. bis 8. Jh. gehören könnten“ wird erklärt. In der muslimischen Zeit waren die arabischen Siedlungen in der Gegend vielfältig, vor allem in Flussnähe. Im Ortskern von Alamedilla gab es einen Friedhof n der stelle der heutigen Kirche. Im Dezember 1489 wurde die Zone um Alamedilla von den christlichen Truppen und dem Oberbefehl des Herzogs von Gor erobert. Die Entwicklung der verschiedenen Gehöfte aus vergangenen Jahrhunderten hat Alamedilla im 19. Jh. zur Gemeinde werden lassen. Am Ende eben jenes Jahrhunderts gab es in Alamedilla ein bedeutendes Ereignis: der Bau der Eisenbahnlinie zwischen Moreda und  Linares-Baeza.



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